1914 wurde im Nordwesten der Jüterboger Schillerstraße damit begonnen, nach den Plänen der Bauräte Krause (Jüterbog) und Fasquel (Ministerium für öffentl. Arbeiten) ein Gebäude für das lokale Amtsgericht zu errichten, welches bis dahin im Städtischen Rathaus mit einquartiert war. Durch den Kriegsbeginn (Erster Weltkrieg 1914-18) gerieten die Arbeiten ins Stocken. 1916 ist das Haus noch unter Dach gebracht worden, dann folgte ein längerer Stillstand.

Erst 1919 gingen die Arbeiten weiter. Doch wirtschaftliche Not und Materialmangel erforderten eine Abänderung der ursprünglichen Pläne. In der Vorkriegszeit veranschlagte man die Baukosten auf 256.000 Goldmark. Aber die Fertigstellung 1920 zu neuen Preisen kostete schließlich 1.200.000 Mark. In der Einweihungsrede sagte daher Amtsgerichtsrat Meyer: „Nun hat Jüterbog zu seiner Millionenbrücke auch ein Millionenhaus.“

Als im April 1945 die Rote Armee Jüterbog besetzte, beanspruchte die Truppe bald darauf das attraktive und weiträumige Amtsgerichtsgebäude als Kreis- und Stadtkommandantur. 1947 verlegte die Kommandantur in die Nachbarstadt Luckenwalde. Danach diente der Gebäudekomplex als Sitz des Volkpolizeikreisamtes (VPKA) und als Untersuchungshaftanstalt. Mitte der 1960er Jahre ist der Gefängnistrakt zu Lagerräumen für die Polizei und die Kampfgruppen umgestaltet worden.

Im Ergebnis der Deutschen Einheit gab Jüterbog nicht nur die Kreisverwaltung an Luckenwalde ab, auch die Kreispolizeibehörde nahm dort ihren Sitz. Im hiesigen Amtsgericht blieb eine untergeordnete Polizeiwache. Die Wache wurde 2007 geschlossen und durch einen kleinen Revierposten ersetzt, der sich in einem anderen Gebäude einmietete.

Danach ist das Bauensemble privatisiert worden. Seit 2013 steht es wegen seiner städtebaulichen Bedeutung unter Denkmalschutz.